01 Jun 2026

Eigenbluttherapie am Knie – Wann ACP wirklich hilft

Sie kennen das vielleicht: Das Knie schmerzt seit Monaten, Sie haben Hyaluron bekommen – kurz war es besser, dann kam der Schmerz zurück. Cortison hat geholfen, aber nur für ein paar Wochen. Und jetzt stehen Sie vor der Frage, ob eine Eigenbluttherapie am Knie für Sie der richtige nächste Schritt ist. Ich bin Orthopäde, operiere seit über 20 Jahren und setze ACP/PHP in meiner Praxis in Wiesloch seit Jahren ein. Ich bin ehrlich: Eigenbluttherapie ist kein Wundermittel. Aber bei den richtigen Patienten kann sie genau das leisten, was Hyaluron und Cortison nicht schaffen – ohne den Knorpel zu schädigen.

Was ist ACP/PHP – und wie wirkt es?

ACP steht für Autologes Conditioniertes Plasma, PHP für Plättchen-haltiges Plasma. Beides sind Formen dessen, was Sie als Oberbegriff vielleicht unter PRP (plättchenreiches Plasma) kennen. Das Prinzip ist denkbar einfach und genau das, was ich daran schätze: Wir nutzen Ihr eigenes Blut. Nichts Körperfremdes, keine synthetischen Wirkstoffe.

Ich nehme Ihnen rund 15 ml Blut ab – wie bei einer normalen Blutabnahme. Dieses Blut wird in einem geschlossenen System in etwa 5 Minuten aufbereitet. Dabei trenne ich die Thrombozyten ab und reichere sie an: auf das 2- bis 12-fache der normalen Konzentration. In diesen Blutplattchen stecken die Wachstumsfaktoren, die im Körper Reparatur- und Regenerationsprozesse anstoßen. Genau dieses Konzentrat spritze ich anschließend gezielt ins Knie.

Wichtig vorweg: Ich framte ACP/PHP bewusst als Behandlungsoption, nicht als bewiesene Standardtherapie. Die Evidenz ist heterogen – dazu später mehr. Es handelt sich um eine IGeL-Leistung, also eine Selbstzahlerleistung.

Bei welchen Knie-Beschwerden ich ACP/PHP einsetze

Mein klarer Standpunkt: ACP/PHP ist kein Allheilmittel für jedes Knie. Ich setze es vor allem bei Arthrose im Stadium I bis III ein – also bei beginnender bis fortgeschrittener, aber noch nicht endgradiger Gelenkabnutzung. Wenn der Knorpel praktisch komplett weg ist, sind die Grenzen erreicht; dann helfen wir mit anderen Verfahren weiter.

Besonders gut sprechen aus meiner Erfahrung aktive Menschen zwischen 40 und 65 an – Patienten, die in Bewegung bleiben wollen, vielleicht selbst Sport treiben. Ich bin mit 50 selbst CrossFitter, ich weiß, wie sehr ein Knie den Alltag bestimmen kann. Neben der Knie-Arthrose setze ich ACP/PHP auch bei Sehnenpathologien ein, etwa Tennisarm oder Achillodynie. Dort liegen die Erfolgsraten bei 65 bis 80 Prozent – deutlich höher als am arthrotischen Knie, das ist mir wichtig zu sagen.

Der Ablauf – Schritt für Schritt

  1. Blutabnahme: Ich nehme Ihnen etwa 15 ml Blut ab, wie bei einer Routineuntersuchung.
  2. Aufbereitung: Im geschlossenen System wird das Blut in ca. 5 Minuten aufbereitet, die Thrombozyten werden auf das 2- bis 12-fache angereichert.
  3. Injektion: Ich spritze das Konzentrat gezielt ins Kniegelenk.
  4. Nach Hause: Schon nach rund 30 Minuten können Sie wieder gehen.
  5. Serie: In der Regel behandle ich in 3 Sitzungen im Abstand von 1 bis 2 Wochen.

Für die ersten Tage gilt: Pausieren Sie Sport für 24 bis 48 Stunden. Und ganz wichtig – in den ersten 48 Stunden keine NSAR, also keine entzündungshemmenden Schmerzmittel wie Ibuprofen oder Diclofenac. Diese hemmen genau die Wachstumsfaktoren, auf die wir bei der Eigenbluttherapie setzen.

Was die Wirkung angeht, bin ich ehrlich: Es braucht Geduld. Eine erste Schmerzreduktion spüren die meisten nach 2 bis 4 Wochen. Die volle Wirkung entfaltet sich erst nach 8 bis 12 Wochen. Dafür hält sie an – typischerweise 6 bis 18 Monate.

ACP/PHP gegen Cortison – mein Standpunkt

Hier werde ich gerne deutlich. Cortison wirkt schnell, oft schon innerhalb von Tagen – aber eben nur kurzfristig. Und es hat einen Preis: Häufige Cortison-Injektionen können den Knorpelabbau beschleunigen. Das ist nicht meine Meinung, das ist belegt (McAlindon et al., JAMA 2017).

ACP/PHP funktioniert anders. Der Wirkbeginn ist langsamer – rechnen Sie mit 3 bis 6 Wochen. Dafür hält die Wirkung Monate bis teils Jahre an, und das Entscheidende: Es schadigt den Knorpel nicht. Wenn Sie ein Knie haben, das Sie noch viele Jahre belasten wollen, ist das für mich ein gewichtiges Argument. Cortison hat seinen Platz für die akute Krise. ACP/PHP ist eher die Strategie für die längere Strecke.

Die Studienlage – ehrlich betrachtet

Ich würde Ihnen gern sagen, dass alle Studien meine Praxiserfahrung bestätigen. Aber das wäre unehrlich. Die Studienlage zur Eigenbluttherapie bei Arthrose ist heterogen. Es gibt Untersuchungen mit guten Ergebnissen – und es gibt den großen RESTORE-Trial (Bennell et al., JAMA 2021), der bei Knie-Arthrose keinen klaren Vorteil von PRP gegenüber Placebo zeigte.

Warum setze ich es trotzdem ein? Weil die Studien sich in Aufbereitung, Konzentration und Patientenauswahl stark unterscheiden – und weil ich in meiner Praxis in Wiesloch immer wieder sehe, dass die richtigen Patienten profitieren. Mein Punkt ist: Sie sollten ACP/PHP mit realistischen Erwartungen angehen. Als Behandlungsoption, die helfen kann – nicht als Garantie. Diese Offenheit bin ich Ihnen schuldig.

Eigenbluttherapie Knie – die Kosten

Die Eigenbluttherapie ist eine IGeL-Leistung, also eine Selbstzahlerleistung – die gesetzliche Krankenkasse übernimmt sie in der Regel nicht. Als Richtwert: Eine einzelne Sitzung liegt im Bereich von etwa 200 Euro, meist als Serie von 3 Sitzungen. Den genauen Endpreis nenne ich Ihnen verbindlich nach einer persönlichen Beratung – denn er hängt vom Befund und vom geplanten Behandlungsumfang ab. Hier in Wiesloch besprechen wir das offen und ohne Druck.

Häufige Fragen zur Eigenbluttherapie am Knie

Tut die Behandlung weh?

Die Blutabnahme entspricht einer normalen Blutentnahme. Die Injektion ins Knie spüren Sie kurz, sie ist aber gut verträglich. Nach etwa 30 Minuten können Sie nach Hause.

Wie schnell wirkt ACP/PHP?

Eine erste Schmerzreduktion tritt meist nach 2 bis 4 Wochen ein, die volle Wirkung nach 8 bis 12 Wochen. Die Wirkdauer beträgt 6 bis 18 Monate.

Wie viele Sitzungen brauche ich?

In der Regel behandle ich in 3 Sitzungen im Abstand von 1 bis 2 Wochen. Den genauen Plan stimme ich individuell mit Ihnen ab.

Darf ich nach der Behandlung Sport machen?

Pausieren Sie Sport für 24 bis 48 Stunden. Und in den ersten 48 Stunden keine entzündungshemmenden Schmerzmittel (NSAR), da diese die Wachstumsfaktoren hemmen.

Fur wen ist die Eigenbluttherapie geeignet?

Vor allem für aktive Menschen zwischen 40 und 65 mit Knie-Arthrose im Stadium I bis III. Ob es in Ihrem Fall sinnvoll ist, klären wir gemeinsam in der Beratung.

Lassen Sie uns Ihr Knie gemeinsam anschauen

Sie möchten wissen, ob die Eigenbluttherapie für Ihr Knie infrage kommt? In meiner Praxis in Wiesloch nehme ich mir die Zeit, Ihren Befund ehrlich einzuordnen und Ihnen zu sagen, was realistisch ist. Vereinbaren Sie einen Termin über orthopred.de.