Tennisarm Behandlung – Wann ich auf ACP statt Cortison setze
Was beim Tennisarm eigentlich passiert
Der Tennisarm, fachlich Epicondylitis humeri radialis, ist keine Entzündung im klassischen Sinn, sondern überwiegend eine Reizung und ein Umbau der Sehnenansätze an der Außenseite des Ellenbogens. Typische Auslöser sind monotone, wiederholte Belastungen – am Computer genauso wie im Handwerk oder beim Sport. Die gute Nachricht: Viele Tennisarme heilen mit Geduld, Belastungsanpassung und gezielten Übungen von selbst aus. Genau deshalb steht am Anfang jeder Tennisarm Behandlung bei mir keine Spritze, sondern eine ehrliche Einordnung Ihrer Belastung.
Die Basis: Was zuerst kommt
Bevor ich über regenerative Verfahren spreche, schöpfe ich die konservativen Bausteine aus. Dazu gehören die Anpassung der auslösenden Belastung, exzentrisches Krafttraining für die Unterarmstrecker, eine Epicondylitis-Spange, manuelle Therapie und gegebenenfalls eine Stoßwellenbehandlung. Diese Basis wirkt bei vielen Menschen – sie braucht aber Wochen bis Monate. Wer das weiß, geht entspannter mit der Heilung um.
Zwei einfache Übungen, die ich oft mitgebe: Erstens das langsame Absenken eines leichten Gewichts (etwa eine kleine Hantel oder Wasserflasche) mit der betroffenen Hand, 3 Sätze à 10 bis 15 Wiederholungen, betont langsam in der Absenkphase. Zweitens das vorsichtige Dehnen der Unterarmstrecker, indem Sie den gestreckten Arm vorhalten und die Hand mit der gesunden Seite sanft nach unten ziehen. Beides bitte im schmerzarmen Bereich und nach Rücksprache.
Wo ACP (Eigenbluttherapie) ins Spiel kommt
Wenn die Beschwerden trotz konsequenter Basistherapie über Monate bleiben, ist die ACP-Therapie eine Behandlungsoption, über die wir sprechen können. ACP steht für autologes conditioniertes Plasma, gelegentlich auch PHP (Plättchen-haltiges Plasma) genannt. Dabei entnehme ich Ihnen etwas Blut, bereite daraus die plättchenreiche Fraktion auf und spritze sie an den gereizten Sehnenansatz. Der Gedanke dahinter: körpereigene Wachstumsfaktoren sollen die Regeneration des Gewebes unterstützen.
Wichtig ist mir Ehrlichkeit bei der Studienlage. Die Evidenz für ACP beziehungsweise PRP beim Tennisarm ist heterogen. Es gibt Untersuchungen, die einen Vorteil gegenüber einer Cortison-Spritze im längeren Verlauf nahelegen, und es gibt Studien, die keinen klaren Unterschied zu Placebo zeigen. ACP ist deshalb keine bewiesene Heilmethode, sondern eine Behandlungsoption mit uneinheitlicher Datenlage. Ich stelle sie genau so dar – und nicht als Wundermittel.
Warum ich mit Cortison zurückhaltend bin
Eine Cortison-Spritze kann den Schmerz kurzfristig dämpfen. Im längeren Verlauf sehen mehrere Arbeiten allerdings eher ungünstige Effekte für das Sehnengewebe und höhere Rückfallraten. Deshalb setze ich Cortison beim Tennisarm sehr zurückhaltend ein und bevorzuge Verfahren, die die Heilung unterstützen statt sie zu unterdrücken. Welcher Weg für Sie passt, hängt von Dauer, Schweregrad und Ihrem Alltag ab.
Wann eine Spritze nicht die Lösung ist
Ich bin Orthopäde und verspreche niemandem das Blaue vom Himmel. Es gibt Situationen, in denen weder ACP noch eine andere Injektion sinnvoll ist: bei einem frischen Tennisarm, der noch jede Chance auf Selbstheilung hat, bei nicht ausgeschöpfter Basistherapie oder wenn der Schmerz eigentlich aus dem Nacken oder Nervengeflecht kommt. Manchmal ist die richtige Empfehlung schlicht Geduld und eine bessere Belastungssteuerung. Diese Einordnung gehört für mich zu einer seriösen Tennisarm Behandlung dazu.
Was die ACP-Therapie kostet
Die Eigenbluttherapie ist eine individuelle Gesundheitsleistung (IGeL) und damit eine Selbstzahler-Leistung. In meiner Praxis liegt eine ACP-Sitzung bei rund 200 Euro. Beim Tennisarm behandle ich meist in einer Serie von etwa drei Sitzungen, sodass Richtwerte von rund 600 bis 650 Euro für die Serie realistisch sind. Da es sich um eine IGeL-Leistung handelt, übernehmen die gesetzlichen Kassen die Kosten in der Regel nicht; privat Versicherte klären eine mögliche Erstattung vorab mit ihrer Versicherung. Der verbindliche Endpreis ergibt sich erst nach der persönlichen Beratung.
Einen Überblick über meine regenerativen Verfahren bei Gelenk- und Sehnenbeschwerden finden Sie auf der Seite Arthrose-Behandlung ohne OP. Dort ordne ich die Methoden für Ihre Situation ein.
Häufige Fragen zur Tennisarm Behandlung
Wie lange dauert es, bis ein Tennisarm verheilt?
Das ist sehr unterschiedlich. Viele Tennisarme bessern sich über mehrere Wochen bis Monate, wenn die auslösende Belastung angepasst und konsequent geübt wird. Dauert es länger, schauen wir gemeinsam, ob eine ergänzende Behandlung wie ACP infrage kommt.
Ist ACP beim Tennisarm besser als Cortison?
Die Studienlage ist uneinheitlich. Einige Arbeiten legen einen längerfristigen Vorteil von ACP nahe, andere zeigen keinen klaren Unterschied. Cortison kann kurzfristig helfen, ist im Verlauf aber oft ungünstig für die Sehne. Ich entscheide das individuell mit Ihnen.
Wie viele ACP-Sitzungen brauche ich?
Beim Tennisarm behandle ich meist in einer Serie von etwa drei Sitzungen. Den genauen Plan lege ich nach der Untersuchung in Wiesloch gemeinsam mit Ihnen fest.
Tut die Eigenbluttherapie weh?
Die Injektion am Sehnenansatz kann kurz unangenehm sein, ist aber in der Regel gut auszuhalten. Eine leichte Reizung in den ersten ein bis zwei Tagen danach ist normal.
Ihr nächster Schritt
Wenn Ihr Ellenbogen seit Wochen schmerzt, lassen Sie uns in Ruhe schauen, woran es liegt und welcher Weg für Sie sinnvoll ist. Ich nehme mir Zeit für eine ehrliche Einordnung in meiner Praxis in Wiesloch Termin online buchen.