04 May 2026

Tennisarm Behandlung: So lindern Sie die Schmerzen wirksam

Ein stechender Schmerz an der Außenseite des Ellenbogens beim Händeschütteln, Tasse heben oder Schreiben am Computer – wer einen Tennisarm hat, merkt schnell, wie sehr die Beschwerden den Alltag einschränken können. Die gute Nachricht: In den allermeisten Fällen lässt sich ein Tennisarm wirksam ohne Operation behandeln. Welche Optionen wirklich helfen, wann Sie zum Arzt sollten und wie eine moderne Tennisarm Behandlung heute aussieht, lesen Sie hier – aus orthopädischer Sicht und ohne Wundermittel-Versprechen.

Was ist ein Tennisarm – und wie erkennen Sie ihn?

Der Tennisarm – medizinisch Epicondylitis humeri radialis oder Tennisellbogen – ist eine schmerzhafte Reizung der Sehnenansätze an der Außenseite des Ellenbogens. Trotz des Namens trifft die Erkrankung weit häufiger Büroarbeiter, Handwerker oder Mütter mit Kleinkindern als Tennisspieler. Auslöser ist meist eine wiederkehrende Überlastung der Streckmuskulatur des Unterarms – durch Tippen, Schrauben, Heben oder einseitige Sportbewegungen.

Typische Symptome eines Tennisarms sind:

Druck- und Bewegungsschmerz an der Außenseite des Ellenbogens, oft ausstrahlend in den Unterarm

Kraftverlust beim Greifen – die Hand „macht nicht mehr richtig mit“

Schmerzen beim Heben kleiner Gegenstände wie Tasse, Buch oder Wasserglas

Verstärkung der Beschwerden bei Streckung des Handgelenks gegen Widerstand

Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es beim Tennisarm?

Eine moderne Tennisarm Behandlung folgt einem Stufenkonzept: zuerst Entlastung und gezielte Aktivierung, dann gerätegestützte Therapien, im Härtefall ein operativer Eingriff. Die meisten Patienten werden bereits mit den ersten beiden Stufen beschwerdefrei.

  1. Entlastung, Eis und Schmerztherapie

In der akuten Phase steht die Entlastung im Vordergrund: belastende Bewegungen vermeiden, Kühlen mehrfach am Tag, bei Bedarf zeitlich begrenzte entzündungshemmende Salben oder Tabletten (in Absprache mit dem Arzt). Eine Epicondylitis-Spange entlastet zusätzlich den schmerzenden Sehnenansatz.

  1. Exzentrische Übungen

Studien zeigen: Gerade exzentrisches Training der Unterarmstrecker ist eine der wirksamsten Methoden bei chronischem Tennisarm. Selber durchführbare Querfriktion lösen verklebte Strukturen, Triggerpunktbehandlung lockert die umgebende Muskulatur.

  1. Stoßwellentherapie

Die fokussierte Stoßwellentherapie hat sich bei chronischen Verläufen als evidenzbasierte Option etabliert. Sie regt die Durchblutung und die körpereigenen Heilungsprozesse am Sehnenansatz an. Üblich sind 3–5 Sitzungen im Wochenabstand.

  1. Eigenbluttherapie (ACP/PRP) bei chronischem Tennisarm

Wenn Schmerzen länger als drei Monate bestehen und konventionelle Therapien nicht ausreichen, kann eine Eigenbluttherapie (ACP- oder PRP-Behandlung) sinnvoll sein. Das aus Ihrem eigenen Blut gewonnene plättchenreiche Plasma wird gezielt am Sehnenansatz injiziert und kann die Heilung biologisch unterstützen. In unserer Praxis in Wiesloch arbeiten wir bei chronischem Tennisarm regelmäßig mit ACP.

  1. Kortisoninjektion – mit Bedacht

Kortison wirkt kurzfristig stark entzündungshemmend, kann aber bei wiederholter Anwendung das Sehnengewebe schwächen. Aktuelle Leitlinien empfehlen Kortison daher nur sparsam und nicht als Dauerlösung.

  1. Operation als letzte Option

Erst wenn alle konservativen Maßnahmen über 6–12 Monate ausgeschöpft sind und die Beschwerden bestehen bleiben, kommt eine Operation in Frage. Sie wird nur in einer kleinen Minderheit der Fälle nötig.

Tennisarm: Wann sollten Sie zum Arzt?

Ein leichter Tennisarm bessert sich oft mit Schonung und ein paar gezielten Übungen. Eine ärztliche Abklärung ist sinnvoll, wenn:

Die Schmerzen länger als 4–6 Wochen anhalten oder zunehmen

Sie nachts Schmerzen haben oder die Hand kraftlos ist

Bewegung und Greifen im Alltag deutlich eingeschränkt sind

Selbsttherapie und Schonung keine spürbare Besserung bringen

Eine fachärztliche Untersuchung sichert die Diagnose ab – etwa per Ultraschall – und schließt andere Ursachen wie eine Nervenkompression aus.

Häufige Fragen zur Tennisarm Behandlung

Wie bekomme ich einen Tennisarm wieder weg?

Der wichtigste Hebel ist eine Kombination aus Entlastung, gezieltem exzentrischem Training und der konsequenten Vermeidung der auslösenden Bewegung. Bei anhaltenden Beschwerden helfen Stoßwellentherapie oder Eigenbluttherapie.

Wie lange dauert es, bis ein Tennisarm weg ist?

Bei konsequenter Behandlung bessern sich die Beschwerden oft innerhalb von 6–12 Wochen. Chronische Verläufe können 6 Monate und länger benötigen. Geduld und korrekte Übungsausführung sind die wichtigsten Erfolgsfaktoren.

Was sollte man bei einem Tennisarm nicht tun?

Vermeiden Sie alle Bewegungen, die den Schmerz auslösen – also schweres Heben, kraftvolles Zugreifen oder einseitige Belastungen. Komplette Ruhigstellung ist jedoch ebenso falsch: Der Sehnenansatz braucht moderaten, schmerzfreien Reiz, um zu heilen.

Hilft eine Eigenbluttherapie wirklich beim Tennisarm?

Bei chronischem Tennisarm zeigen mehrere Studien Hinweise auf eine bessere Schmerzreduktion und Funktionsverbesserung durch ACP/PRP im Vergleich zu Kortison – allerdings tritt der Effekt langsamer ein. Eine individuelle Indikationsprüfung ist entscheidend.

Beratung in Wiesloch: Termin vereinbaren

Sie haben seit Wochen Schmerzen am Ellenbogen, die einfach nicht weggehen? Lassen Sie sich nicht weiter durch den Alltag quälen. In unserer orthopädischen Praxis in Wiesloch nehmen wir uns Zeit für eine genaue Untersuchung – inklusive Ultraschall – und entwickeln gemeinsam mit Ihnen einen Behandlungsplan, der zu Ihrem Beruf, Ihrem Sport und Ihrer Lebenssituation passt.

Bei anhaltenden Beschwerden beraten wir Sie gerne. Vereinbaren Sie online oder telefonisch Ihren Termin – wir helfen Ihnen, Ihren Tennisarm Schritt für Schritt loszuwerden.