22 Jun 2026

Stammzellentherapie – Risiken und Nebenwirkungen ehrlich erklärt

Über die Chancen der Stammzellentherapie wird viel geschrieben. Über die Risiken und Nebenwirkungen erstaunlich wenig – dabei gehört genau das zu einer ehrlichen Entscheidung dazu. Ich bin Orthopäde Predrag Pejic und nehme mir in meiner Praxis bewusst Zeit für die Aufklärung. In diesem Text sortiere ich sachlich, welche Risiken die Stammzellentherapie – konkret die SVF-Therapie aus körpereigenem Fett – mit sich bringt und worauf Sie achten sollten.

Was bei der SVF-Therapie passiert

Bei der SVF-Stammzelltherapie (Stromal Vascular Fraction) wird über eine kleine Fettabsaugung körpereigenes Bauchfett gewonnen, daraus eine zellreiche Fraktion mit unter anderem Fettstammzellen aufbereitet und diese in das betroffene Gelenk eingebracht. Weil dabei mehrere Schritte zusammenkommen – Entnahme, Aufbereitung, Injektion – lohnt es sich, die Risiken jedes Schritts zu kennen.

Mögliche Nebenwirkungen im Überblick

Folgende Punkte spreche ich vor jeder Behandlung offen an:

  • Rund um die Fettabsaugung: Blutergüsse, Schwellungen, Druckschmerz und vorübergehende Verhärtungen an der Entnahmestelle; selten Infektionen oder Wundheilungsstörungen.
  • Rund um die Gelenkinjektion: ein grundsätzliches Infektionsrisiko, eine vorübergehende Reizung mit Schwellung und Schmerz im Gelenk in den ersten Tagen.
  • Allgemein: Kreislaufreaktionen während des Eingriffs sowie das Risiko, dass die erhoffte Wirkung ausbleibt.
  • Wissenslücke: Es fehlen belastbare Langzeitdaten zur Sicherheit und Wirksamkeit über viele Jahre.

Der rechtliche Status ist ein Teil der Aufklärung

Ein wichtiger Punkt, der oft untergeht: Die SVF-Therapie ist in Deutschland keine zugelassene Standardtherapie. Sie gilt als individueller Heilversuch beziehungsweise ärztliche Eigenherstellung im Sinne des Arzneimittelgesetzes (§ 13 Abs. 2b AMG). Das bedeutet, dass die Behandlung im Einzelfall nach sorgfältiger ärztlicher Abwägung erfolgt – und nicht als routinemäßig anerkannte Standardbehandlung mit gesicherter Wirksamkeit. Diese Einordnung ist kein Kleingedrucktes, sondern gehört für mich an den Anfang jedes Gesprächs.

Wie sich Risiken sinnvoll begrenzen lassen

Risiken lassen sich nie auf null senken, aber deutlich reduzieren. Wichtig sind ein steriles Vorgehen bei Entnahme und Injektion, eine sorgfältige Auswahl der Patientinnen und Patienten, das Beachten von Gegenanzeigen und eine ehrliche Erwartungssteuerung. Genauso wichtig ist, wer die Behandlung durchführt: ein Arzt mit Erfahrung, der auch bereit ist, von einer Behandlung abzuraten, wenn sie nicht sinnvoll ist.

Wann ich von einer Stammzellentherapie abrate

Ich bin Orthopäde und sehe regenerative Verfahren nicht als Allheilmittel. Ich rate ab bei aktiven Tumorerkrankungen, akuten Infektionen, bei einer weit fortgeschrittenen Arthrose, bei der ein Gelenkersatz die ehrlichere Lösung ist, sowie generell dann, wenn die konservativen Möglichkeiten noch nicht ausgeschöpft sind. Eine ehrliche Absage gehört für mich genauso zum Beruf wie die Behandlung selbst.

Worauf Sie als Patient achten sollten

Seien Sie skeptisch bei Heilversprechen, bei Prozentzahlen ohne Quelle und bei Anbietern, die nicht über Risiken und den rechtlichen Status sprechen. Eine seriöse Aufklärung benennt Chancen und Grenzen, klärt über den Heilversuch-Charakter auf und kennzeichnet die Behandlung als Selbstzahler-Leistung (IGeL). Wenn all das offen auf dem Tisch liegt, können Sie eine informierte Entscheidung treffen.

Wie ich die SVF-Therapie im Detail durchführe und für welche Gelenke sie infrage kommt, lesen Sie auf meiner Seite zur SVF-Stammzelltherapie.

Häufige Fragen zu Risiken der Stammzellentherapie

Welche Nebenwirkungen hat die SVF-Therapie?

Möglich sind Blutergüsse und Schwellungen an der Entnahmestelle, eine vorübergehende Reizung im behandelten Gelenk, selten Infektionen sowie das Risiko, dass die erhoffte Wirkung ausbleibt. Belastbare Langzeitdaten fehlen.

Ist eine Stammzellentherapie gefährlich?

Bei sterilem Vorgehen und sorgfältiger Auswahl sind schwere Komplikationen selten. Risikofrei ist aber kein medizinischer Eingriff. Deshalb sind Aufklärung und eine ehrliche Indikationsstellung entscheidend.

Ist die Behandlung in Deutschland zugelassen?

Nein. Die SVF-Therapie ist keine zugelassene Standardtherapie, sondern ein individueller Heilversuch nach § 13 Abs. 2b AMG, der im Einzelfall nach ärztlicher Abwägung erfolgt.

Übernimmt die Kasse die Kosten?

In der Regel nicht. Die SVF-Therapie ist eine individuelle Gesundheitsleistung (IGeL) und damit eine Selbstzahler-Leistung.

Ihr nächster Schritt

Wenn Sie eine Stammzellentherapie erwägen, sollten Sie Chancen und Risiken kennen, bevor Sie entscheiden. Ich kläre Sie in Ruhe und ehrlich auf – in meiner Praxis in Wiesloch Termin online buchen.