22 Jun 2026

Achillessehnenentzündung Behandlung – Mein ehrlicher Weg

Die ersten Schritte am Morgen fühlen sich an, als würde die Wade an der Ferse festkleben. Beim Laufen zwickt es oberhalb des Fersenbeins, mal besser, mal schlechter. Wenn Sie aktiv sind – Läuferin, Triathlet, ambitionierter Freizeitsportler – ist eine Achillessehnenentzündung besonders zermürbend, weil sie den Sport ausbremst. Ich bin Orthopäde Predrag Pejic und sehe in meiner Praxis in Wiesloch viele Menschen mit genau diesem Problem. Hier erkläre ich Ihnen ehrlich, was bei der Achillessehnenentzündung Behandlung wirklich hilft.

Warum der Begriff Entzündung etwas irreführt

Was viele Achillessehnenentzündung nennen, ist fachlich meist eine Achillodynie oder Tendinopathie – also weniger eine klassische Entzündung als ein Umbau und eine Überlastung des Sehnengewebes. Das klingt nach einer Spitzfindigkeit, hat aber Folgen für die Behandlung: Wenn das Problem ein gestörter Gewebeumbau ist, helfen entzündungshemmende Spritzen wenig. Was hilft, ist ein gezielter, dosierter Reiz, der die Sehne zur Anpassung bringt.

Die wirksamste Basis: Belastung und Übungen

Der wichtigste und am besten belegte Baustein bei der Achillessehnenentzündung Behandlung ist ein strukturiertes Krafttraining – insbesondere exzentrische und langsame schwere Übungen für die Wadenmuskulatur. Dazu kommen Belastungssteuerung, eine vorübergehende Anpassung des Trainings und gegebenenfalls Einlagen oder eine Fersenerhöhung. Das braucht Geduld über Wochen bis Monate, ist aber das Fundament, an dem kein Verfahren vorbeiführt.

Eine Kernübung, die ich oft mitgebe: Wadenheben über eine Stufenkante, langsam hochdrücken und betont langsam wieder absenken, sodass die Ferse unter die Stufe sinkt. Üblich sind mehrere Sätze täglich über Wochen, mit gestrecktem und mit leicht gebeugtem Knie. Den genauen Plan stimme ich individuell ab, denn die Dosierung entscheidet über den Erfolg.

Stoßwellentherapie als sinnvolle Ergänzung

Ein Baustein, der bei der Achillessehne oft zu kurz kommt, ist die Stoßwellentherapie (ESWT). Dabei werden energiereiche Druckwellen gezielt auf das gereizte Sehnengewebe gerichtet. Der Gedanke dahinter: einen Reiz setzen, der den Stoffwechsel anregt und den gestörten Gewebeumbau anstößt – also genau das, was die Sehne braucht. Für die chronische Achillodynie ist die Stoßwelle in meinen Augen eine sinnvolle Ergänzung, gerade wenn das Übungsprogramm allein nach einigen Wochen nicht ausreicht. Die Datenlage ist hier vergleichsweise solide, auch wenn die Stoßwelle kein Wundermittel ist: Sie wirkt am besten in Kombination mit dem Krafttraining, nicht als dessen Ersatz. In der Regel behandle ich über mehrere Sitzungen im Abstand von ein bis zwei Wochen. Eine kurze Druckempfindlichkeit während und nach der Anwendung ist normal und klingt rasch wieder ab.

Wo ACP (Eigenbluttherapie) ins Spiel kommt

Wenn die Beschwerden trotz konsequentem Übungsprogramm über Monate bestehen bleiben, ist die ACP-Therapie eine Option, über die wir sprechen können. ACP steht für autologes conditioniertes Plasma (auch PHP, Plättchen-haltiges Plasma): Ich gewinne aus Ihrem Blut die plättchenreiche Fraktion und bringe sie gezielt an die Sehne ein, um die Regeneration zu unterstützen.

Hier ist mir Ehrlichkeit besonders wichtig, denn gerade bei der Achillessehne ist die Studienlage zu PRP beziehungsweise ACP uneinheitlich und mehrere kontrollierte Studien konnten keinen klaren Vorteil gegenüber Placebo zeigen. ACP ist deshalb keine bewiesene Heilmethode für die Achillessehne, sondern eine Behandlungsoption, die ich nur ergänzend zum Übungsprogramm und nach offener Aufklärung einsetze – nie als schnelle Abkürzung statt des Trainings.

Wann eine Spritze nicht die Antwort ist

Ich bin Orthopäde und sage offen, wann ich abrate. Von Cortison-Injektionen direkt in die Achillessehne halte ich mich fern, weil sie das Risiko einer Sehnenschädigung bis hin zum Riss erhöhen können. Und wenn jemand die Übungen noch gar nicht ausgeschöpft hat, ist auch ACP nicht der richtige nächste Schritt. Bei einem drohenden oder bereits eingetretenen Sehnenriss gelten ohnehin andere Regeln – das ist dann eine andere Baustelle.

Was die ACP-Therapie kostet

Die Eigenbluttherapie ist eine individuelle Gesundheitsleistung (IGeL) und damit Selbstzahler-Leistung. Eine ACP-Sitzung liegt in meiner Praxis bei rund 200 Euro, meist als Serie von etwa drei Sitzungen, also rund 600 bis 650 Euro als Richtwert. Die gesetzlichen Kassen übernehmen IGeL-Leistungen in der Regel nicht; privat Versicherte klären die Erstattung vorab mit ihrer Versicherung. Den verbindlichen Endpreis nenne ich Ihnen nach der persönlichen Beratung.

Einen Überblick über meine regenerativen Verfahren bei Sehnen- und Gelenkbeschwerden finden Sie auf der Seite Arthrose-Behandlung ohne OP.

Häufige Fragen zur Achillessehnenentzündung

Wie lange dauert eine Achillessehnenentzündung?

Oft mehrere Wochen bis Monate. Entscheidend ist ein konsequentes Übungsprogramm und eine gute Belastungssteuerung. Bei langwierigen Verläufen kann ACP ergänzend infrage kommen.

Hilft ACP bei der Achillessehne?

Die Studienlage ist uneinheitlich, mehrere Studien zeigten keinen klaren Vorteil gegenüber Placebo. ACP ist eine Behandlungsoption, die ich ergänzend zum Training einsetze, kein Ersatz für die Übungen.

Darf man Cortison in die Achillessehne spritzen?

Davon halte ich mich fern. Cortison direkt in die Achillessehne kann das Risiko einer Sehnenschädigung bis zum Riss erhöhen. Ich setze stattdessen auf Belastung, Übungen und gegebenenfalls ACP.

Ist die Behandlung eine Kassenleistung?

Die konservative Basis ist meist Kassenleistung. Die ACP-Eigenbluttherapie ist eine IGeL-Leistung und damit Selbstzahler-Leistung.

Ihr nächster Schritt

Wenn Ihre Achillessehne Sie seit Wochen ausbremst, lassen Sie uns gemeinsam einen ehrlichen Plan machen – mit den Bausteinen, die wirklich tragen. Ich nehme mir Zeit in meiner Praxis in Wiesloch Termin online buchen.