01 Jun 2026

ACP-Therapie am Knie – Mein Vorgehen bei Kniearthrose in Wiesloch

Stellen Sie sich vor, Sie wachen morgens auf, und das Erste, was Sie spüren, ist Ihr Knie. Treppen werden zur Rechnung, nach dem Sport zwickt es tagelang, und die Cortison-Spritze, die kurz half, wirkt schon lange nicht mehr. Genau in dieser Situation kommen viele Menschen zu mir und fragen nach der ACP-Therapie am Knie. Ich bin Orthopäde Predrag Pejic, operiere seit über 20 Jahren am Bewegungsapparat und setze ACP/PHP in meiner Praxis in Wiesloch seit Jahren ein. In diesem Beitrag erkläre ich Ihnen ehrlich, was das Verfahren kann – und was nicht.

Ich bin ehrlich: Ich gebe Ihnen kein Heilversprechen. Die ACP/PHP-Therapie ist eine Behandlungsoption mit heterogener Studienlage, keine bewiesene Heilmethode. Sie ersetzt keine gründliche orthopädische Abklärung Ihrer Beschwerden.

Was ist die ACP-Therapie – und worin unterscheidet sie sich von PRP?

ACP steht für Autologes Conditioniertes Plasma, PHP für Plättchen-haltiges Plasma. Autolog heißt: Ich verwende ausschließlich Ihr eigenes Blut. PRP (Platelet-Rich Plasma) ist dabei der englische Oberbegriff für alle plättchenreichen Eigenblut-Präparate – ACP/PHP sind konkrete Verfahren innerhalb dieser Familie.

Der entscheidende Unterschied liegt für mich in der Aufbereitung. Beim klassischen PRP wird das Blut oft in offenen Systemen verarbeitet, teils mit sehr hohen Plättchenkonzentrationen und beigemischten weißen Blutkörperchen, die eine Entzündungsreaktion fördern können. ACP/PHP arbeitet dagegen mit einem geschlossenen Doppelspritzen-System: Ihr Blut wird in einer speziellen Doppelkammer-Spritze aufbereitet und in derselben Spritze wieder entnommen, ohne dass es mit der Umgebung in Kontakt kommt. Das senkt das Infektionsrisiko und liefert ein leukozytenarmes, gut verträgliches Konzentrat.

Das Prinzip: In den Blutplättchen (Thrombozyten) stecken Wachstumsfaktoren. Im aufbereiteten ACP erreichen wir die 2- bis 12-fache der normalen Thrombozytenkonzentration. Diese Faktoren sollen am Knie regenerative und entzündungsregulierende Prozesse anstoßen. Mein klarer Standpunkt: Das geschlossene System und die moderate, leukozytenarme Konzentration sind der Grund, warum ich ACP/PHP gegenüber offenen PRP-Verfahren bevorzuge.

Ablauf der ACP-Therapie am Knie – Schritt für Schritt

So läuft eine Behandlung bei mir in Wiesloch konkret ab:

  • Blutabnahme: Ich entnehme Ihnen rund 15 ml Blut aus der Armvene – nicht mehr als bei einer normalen Laboruntersuchung.
  • Aufbereitung: Das Blut wird im geschlossenen System in etwa 5 Minuten zentrifugiert. Dabei trennt sich das plättchenreiche Plasma vom Rest.
  • Injektion: Das gewonnene ACP/PHP spritze ich gezielt in Ihr Kniegelenk.
  • Nach Hause: Sie können die Praxis in der Regel nach rund 30 Minuten wieder verlassen.
  • Serie: Meist behandle ich in 3 Sitzungen im Abstand von 1–2 Wochen.

Zum Verhalten danach: Bitte pausieren Sie Sport für 24–48 Stunden, und verzichten Sie in den ersten 48 Stunden auf entzündungshemmende Schmerzmittel (NSAR wie Ibuprofen), weil diese die gewünschte Wirkung dämpfen können. Eine erste Schmerzreduktion spüren viele Patientinnen und Patienten nach 2–4 Wochen, die volle Wirkung entwickelt sich über 8–12 Wochen. Die Wirkdauer liegt erfahrungsgemäß zwischen 6 und 18 Monaten.

Bei welchen Knie-Befunden setze ich ACP/PHP ein?

ACP/PHP ist kein Allheilmittel, und genau hier trenne ich klar. Sinnvoll ist das Verfahren am Knie aus meiner Erfahrung vor allem bei:

  • Kniearthrose im Stadium I bis III – also bei beginnender bis mittelgradiger Abnutzung, solange noch ausreichend Knorpel vorhanden ist.
  • Aktiven Patientinnen und Patienten, typischerweise zwischen 40 und 65 Jahren, die mobil bleiben und eine Operation hinauszögern möchten.
  • Sehnen- und Bandreizungen rund ums Knie, bei denen ich bei Sehnenpathologien Erfolgsraten von etwa 65–80 % sehe.

Wann nicht – und wann eher die OP? Ich bin ehrlich: Bei einer Arthrose im Endstadium (Stadium IV), bei der Knochen auf Knochen reibt, kann ACP/PHP keinen Knorpel zurückbringen. Hier ist meist ein operatives Vorgehen, bis hin zum künstlichen Kniegelenk, die ehrlichere Antwort. Auch bei akuten Infekten, ausgeprägten Blutgerinnungsstörungen oder bestimmten Bluterkrankungen rate ich ab. Als CrossFitter mit 50 weiß ich selbst, wie wichtig ein funktionierendes Knie ist – aber ich verkaufe niemandem eine Spritze, wenn das Gelenk eine andere Lösung braucht.

ACP/PHP gegen Cortison: mein klarer Standpunkt

Die Cortison-Spritze ist über Jahrzehnte das Standardmittel gegen Knieschmerzen gewesen, und sie hat ihre Berechtigung: Cortison wirkt schnell und stark – oft schon innerhalb von Tagen. Der Haken ist die Kurzfristigkeit. Und es gibt einen Punkt, den ich offen anspreche: Häufige Cortison-Injektionen ins Gelenk können den Knorpelabbau beschleunigen. Das ist keine Meinung von mir, das ist belegt – etwa durch die Arbeit von McAlindon und Kollegen, veröffentlicht 2017 im Fachjournal JAMA.

ACP/PHP funktioniert anders. Der Wirkbeginn ist langsamer und setzt erst nach etwa 3–6 Wochen ein, dafür hält die Wirkung Monate bis Jahre an – und nach heutigem Kenntnisstand ohne knorpelschädigenden Effekt. Mein klarer Standpunkt: Bei akutem, hochentzündlichem Schub kann Cortison kurzfristig das richtige Mittel sein. Wenn es aber um eine längerfristige, gelenkschonende Strategie bei beginnender Arthrose geht, ziehe ich ACP/PHP vor.

Wie wirksam ist die ACP-Therapie am Knie wirklich?

Hier verdienen Sie Ehrlichkeit, auch wenn die ACP-Therapie manchmal als umstritten bezeichnet wird. Die Studienlage ist heterogen – das heißt, verschiedene Untersuchungen kommen zu unterschiedlichen Ergebnissen, und die Qualität schwankt. Es gibt durchaus Studien mit positiven Effekten, gerade bei Sehnenpathologien, wo ich Erfolgsraten von 65–80 % sehe.

Aber ich nenne auch die Gegenseite: Der sogenannte RESTORE-Trial von Bennell und Kollegen, 2021 ebenfalls im JAMA veröffentlicht, konnte für PRP am arthrotischen Knie keinen klaren Vorteil gegenüber einer Placebo-Injektion nachweisen. Diese Studie muss man kennen und benennen. Mein Fazit daraus: ACP/PHP ist eine sinnvolle, gut verträgliche Behandlungsoption für ausgewählte Befunde – aber kein garantierter Erfolg und keine Standardtherapie. Im Gespräch in Wiesloch wäge ich mit Ihnen ab, ob das Verfahren in Ihrem Fall realistisch helfen kann.

Was kostet die ACP-Therapie am Knie? Kosten und IGeL-Hinweis

Die ACP/PHP-Therapie ist eine IGeL-Leistung (individuelle Gesundheitsleistung) und damit eine Selbstzahlerleistung. Die gesetzlichen Krankenkassen übernehmen die Kosten in der Regel nicht. Als Richtwert sollten Sie mit etwa 200  € pro Sitzung rechnen, meist als Serie von 3 Sitzungen.

Den genauen Endpreis nenne ich Ihnen erst nach der persönlichen Beratung – er hängt vom Befund, der Zahl der Sitzungen und dem Aufwand ab. Eine seriöse Kostenangabe ohne vorherige Untersuchung wäre unredlich.

Häufige Fragen zur ACP-Therapie am Knie

Wie viele ACP-Sitzungen brauche ich am Knie?

In den meisten Fällen behandle ich mit 3 Sitzungen im Abstand von 1–2 Wochen. Wie viele in Ihrem Fall sinnvoll sind, entscheide ich nach Befund.

Ist die ACP-Therapie schmerzhaft?

Die Blutabnahme von 15 ml entspricht einer normalen Laborentnahme. Die Injektion ins Knie kann kurz unangenehm sein, ist in der Regel aber gut auszuhalten. Nach rund 30 Minuten können Sie nach Hause.

Ist die ACP-Therapie umstritten?

Die Evidenz ist heterogen, das sage ich offen. Studien wie der RESTORE-Trial fanden keinen klaren Vorteil, andere zeigen positive Effekte bei Sehnen. Ich setze ACP/PHP gezielt und realistisch ein, nicht als Wundermittel.

Wann darf ich nach der Behandlung wieder Sport machen?

Pausieren Sie Sport für 24–48 Stunden. Verzichten Sie in den ersten 48 Stunden zudem auf NSAR, damit die Wachstumsfaktoren ungestört wirken können.

Was kostet die ACP-Therapie am Knie?

Als IGeL-Leistung liegt der Richtwert bei etwa 200€ pro Sitzung, meist in einer Serie von 3 Sitzungen zwischen 600-650€ 

Ihr nächster Schritt in Wiesloch

Wenn Sie wissen möchten, ob die ACP-Therapie für Ihr Knie sinnvoll ist, schauen wir gemeinsam auf Ihren Befund. Ich nehme mir Zeit für eine ehrliche Einschätzung – auch dann, wenn ein anderer Weg der bessere ist.

Termin vereinbaren: https://orthopred.de