18 May 2026

ACP : Eigenbluttherapie bei Arthrose- Wann sie wirklich hilft und wie sie funktioniert

Sie haben Hyaluronsäure bekommen — kurzfristig besser, dann wieder Schmerzen. Sie haben gehört, dass es „diese Spritze aus dem eigenen Blut” gibt, mit der Spitzensportler ihre Verletzungen schneller auskurieren. Sie fragen sich: Ist ACP nur Marketing — oder funktioniert das wirklich auch bei Ihrer Arthrose?

Ich setze ACP / PHP seit Jahren ein — als eigenständige Therapie, als Vorbereitung auf eine SVF-Behandlung oder als Boost danach. Was ich sehe: Es ist eine der wirksamsten konservativen Optionen bei früher bis moderater Arthrose. Aber es ist kein Allheilmittel.

Dieser Beitrag erklärt Ihnen, wie ACP biologisch wirkt, bei welchen Beschwerden ich es in meiner Praxis für regenerative Orthopädie in Wiesloch einsetze — und wann ich Ihnen ehrlich davon abraten würde.

Was ist ACP / PHP — und wie wirkt es?

ACP steht für „Autologes Conditioniertes Plasma”, PHP für „Plättchen-haltiges Plasma”. Beide Verfahren sind eng verwandt: Wir entnehmen Ihnen Blut, trennen die festen Bestandteile vom Plasma in einer speziellen Zentrifuge und konzentrieren die Blutplättchen (Thrombozyten) auf das 2- bis 12-fache der normalen Konzentration.

Dieses konzentrierte Plasma enthält dutzende Wachstumsfaktoren — Botenstoffe, die Ihr Körper normalerweise zur Wundheilung einsetzt. Direkt ins Gelenk gespritzt wirken sie dort gezielt:

  • Hemmung von Entzündungsprozessen
  • Anregung der Knorpelzellen zur Regeneration
  • Verbesserung der Gelenkschmiere
  • Reduktion der Schmerzempfindlichkeit

Bei welchen Diagnosen setze ich ACP ein?

  • Knie-Hüft- und Schulterarthrosen im Stadium I bis III
  • nach Sportverletzungen bei Sehnen – oder Bandläsionen
  • Schultern mit Sehnenreizungen oder Sehnenteilrissen 
  • Achillessehnentendinopathie
  • Tennisarm und Golferarm
  • Plantarfasziitis und Fersensporn
  • Nach Knorpelschäden und Mikrofrakturen bzw Knie-Arthroskopien
  • Als Begleittherapie zur SVF
  • nach Gelenks- und Sehnenoperationen

Wie läuft eine ACP-Behandlung ab?

  1. Erstgespräch und Untersuchung mit Bildgebung
  2. Kleine venöse Blutabnahme (15 ml)
  3. Aufbereitung im geschlossenen System direkt in der Praxis (ca. 5 Minuten)
  4. Injektion ins Gelenk unter Ultraschallkontrolle
  5. Sie gehen nach 30 Minuten nach Hause
  6. meistens 3 Sitzungen im Abstand von 1 bis 2 Wochen empfohlen

Keine Vollnarkose, keine Ausfallzeit — ein Standard-Arbeitstag ist am Behandlungstag möglich. Sport pausieren wir 24 bis 48 Stunden.

Wann wirkt ACP — und wann nicht?

Profitiert besonders gut

Patientinnen und Patienten mit beginnender bis moderater Arthrose, intaktem oder leicht angegriffenem Knorpel, ohne ausgeprägte Achsfehlstellung, mit aktivem Lebensstil.

Profitiert weniger

Endgradige Arthrose mit komplettem Knorpelverlust, ausgeprägte Achsfehlstellungen, sehr akute eitrige Gelenksentzündungen, Tumorerkrankungen.

Studienlage zu ACP

  • Mehrere randomisierte Studien zeigen signifikante Schmerzreduktion bei Kniearthrose über 6–12 Monate
  • Bei Sehnenpathologien (Tennisarm, Achillodynie) Erfolgsraten 65–80 %
  • Sehr gutes Sicherheitsprofil — körpereigenes Material
  • Wirkung im Vergleich zu Cortison: nachhaltiger, ohne Knorpelschädigung

ACP vs. Cortison: Mein klarer Standpunkt

Cortison ins Gelenk wirkt schnell und stark — kurzfristig. Aber: Mehrere Studien zeigen, dass häufige Cortison-Injektionen den Knorpelabbau beschleunigen. Ich setze Cortison deshalb nur sehr zurückhaltend ein, hauptsächlich bei akut entzündlichen Schüben, wenn schnelle Schmerzlinderung lebensnotwendig ist.

ACP hat im Vergleich:

  • Langsameren Wirkungsbeginn (3–6 Wochen statt Tage)
  • Nachhaltigere Wirkung (Monate bis Jahre statt Wochen)
  • Keine Knorpelschädigung — im Gegenteil, regenerative Wirkung
  • Sehr selten Komplikationen

Aus diesem Grund ist ACP für mich bei chronischen Beschwerden meist die bessere Wahl als Cortison.

Begleitmaßnahmen für maximalen ACP-Erfolg

  • Krafttraining der gelenknahen Muskulatur (Quadrizeps, Glutealmuskulatur, Rumpf)
  • Anti-entzündliche Ernährung — wenig Zucker, viel Omega-3
  • Ausreichend Schlaf und Stressreduktion
  • Gewicht im Normalbereich halten
  • In den ersten 48 Stunden nach Behandlung keine NSAR (hemmen die Wachstumsfaktoren)

Häufig gestellte Fragen

Wie schnell wirkt ACP?

Erste Schmerzreduktion nach 2 bis 4 Wochen, volle Wirkung nach 8 bis 12 Wochen. ACP regt biologische Prozesse an — die brauchen Zeit.

Wie viele ACP-Sitzungen sind nötig?

Üblicherweise 3  Sitzungen im Abstand von 1 bis 2 Wochen. Bei chronischen Sehnenproblemen oft 3 Sitzungen.

Wie lange hält die Wirkung von ACP?

Bei korrekter Indikation und Begleitmaßnahmen 6 bis 18 Monate. Bei Bedarf lässt sich die Serie nach 9 bis 12 Monaten wiederholen.

Was kostet eine ACP-Therapie?

Die Kosten werden individuell besprochen — abhängig von Gelenk, Anzahl der Sitzungen und Kombination mit anderen Verfahren. Krankenkassen übernehmen ACP in der Regel nicht. Wir klären die Kostenfrage transparent vor Therapiestart.

Kann ich ACP mit anderen Therapien kombinieren?

Ja, sehr gut sogar. ACP kombinieren wir häufig mit SVF (Fettstammzellen) — als Vorbereitung oder als „Boost” 4–6 Wochen nach der SVF. Auch mit Hyaluronsäure ist die Kombination möglich.

Erstgespräch in unserer Praxis Wiesloch

Sie haben Gelenkschmerzen, bei denen Hyaluron oder Cortison nicht ausreichend gewirkt haben — und Sie wollen wissen, ob ACP für Sie der nächste Schritt ist? Lassen Sie uns sprechen. Im Erstgespräch schauen wir uns gemeinsam Ihre Befunde an und ich sage Ihnen ehrlich, ob ACP, SVF oder ein anderes Verfahren bei Ihnen sinnvoll ist.