Eigenbluttherapie bei Arthrose: Was ACP/PRP leisten kann – und was nicht
Was passiert bei Arthrose im Gelenk?
Gelenke sind von Knorpel ausgekleidet – einem weichen, druckfedernden Gewebe, das Stöße dämpft, Knochen voneinander trennt und reibungsarme Bewegung ermöglicht. Gesunder Knorpel ist wasserreich, elastisch und gut mit Nährstoffen aus der Gelenkflüssigkeit versorgt.
Bei Arthrose gerät dieses Gleichgewicht aus den Fugen. Durch mechanische Überlastung, Alter, genetische Faktoren oder Verletzungen beginnt der Knorpel zu verschleißen. Er wird rauer, dünner, verliert seine Elastizität. Freie Knorpelpartikel lösen Entzündungsreaktionen in der Gelenkschleimhaut aus – diese produziert daraufhin Entzündungsmediatoren, die den Knorpelabbau weiter beschleunigen. Ein Teufelskreis entsteht: Verschleiß löst Entzündung aus, Entzündung treibt Verschleiß voran.
In fortgeschrittenen Stadien reibt Knochen auf Knochen. Schmerzen, Steifigkeit, Schwellung und eingeschränkte Beweglichkeit sind die Folge. Arthrose lässt sich nicht rückgängig machen – aber ihr Verlauf lässt sich gezielt beeinflussen.
Wie wirkt Eigenbluttherapie (ACP/PRP) bei Arthrose?
ACP/PRP setzt genau an dem Punkt an, wo der Entzündungskreislauf bei Arthrose dreht: an den Wachstumsfaktoren. Aus dem eigenen Blut des Patienten werden drei Schlüsselsubstanzen konzentriert. PDGF (Platelet-Derived Growth Factor), ein Bestandteil des PRP, stimuliert die Zellvermehrung und fördert die Neubildung von Blutgefäßen im Gewebe – wichtig für die Versorgung von Knorpelzellen. TGF-beta (Transforming Growth Factor Beta) hemmt Entzündungsmediatoren direkt, schützt verbleibende Knorpelzellen (Chondrozyten) und aktiviert knorpelbildende Vorläuferzellen. IGF (Insulin-like Growth Factor) fördert den Stoffwechsel der Knorpelzellen und steigert die Produktion von Kollagen und Proteoglykanen – den Grundbausteinen gesunden Knorpelgewebes.
Diese drei Faktoren wirken nicht isoliert, sondern synergistisch: Sie hemmen aktive Entzündungsprozesse, schützen vorhandenen Knorpel und regen die körpereigene Reparatur an. ACP/PRP macht Arthrose nicht rückgängig – zerstörter Knorpel wächst nicht nach. Aber es kann den Abbau nachweislich verlangsamen, Entzündungsschübe reduzieren und Schmerzen über Monate hinweg deutlich mindern.
Bei welchen Gelenken setze ich ACP/PRP ein?
Ich setze Eigenbluttherapie (ACP/PRP) bei Arthrose in mehreren Gelenkregionen ein – immer mit individueller Indikationsstellung nach Befundanalyse. Am Knie (Gonarthrose) ist es die häufigste Indikation in meiner Praxis; das Kniegelenk spricht gut auf ACP/PRP an, besonders in den Stadien II und III. An der Hüfte (Coxarthrose) lässt sich Hüftarthrose in früheren und mittleren Stadien mit ultraschallgesteuerter ACP/PRP-Injektion gezielt behandeln. An der Schulter (Omarthrose) kann ACP/PRP bei Schulterschmerzen durch Gelenkverschleiß, kombiniert mit Rotatorenmanschettenproblemen, konservative Behandlungskonzepte sinnvoll ergänzen, bevor eine arthroskopische Schulterintervention notwendig wird. Auch am Sprunggelenk und Daumen-Sattelgelenk setze ich ACP/PRP ein, wenn bildgebende Befunde und klinisches Bild eine Arthrose belegen und konservative Maßnahmen nicht ausreichen.
Wichtiger Hinweis: ACP/PRP und SVF (Stromal Vascular Fraction, Stammzelltherapie aus Fettgewebe) sind zwei eigenständige biologische Behandlungslinien mit unterschiedlichen Mechanismen und Indikationen. Ich kombiniere sie nicht – jede dieser Therapien wird als eigenes Konzept eingesetzt. Welche Linie für Ihre Situation geeignet ist, klären wir gemeinsam im Gespräch.
Ablauf der ACP/PRP-Behandlung bei Arthrose in meiner Praxis
Der gesamte Prozess – vom Befundgespräch bis zur Injektion – dauert etwa 45 bis 60 Minuten. Zu Beginn besprechen wir Ihre Vorgeschichte, Beschwerden und bestehende Bildgebung. Falls kein aktuelles MRT vorliegt, ordne ich eine gezielte Bildgebung an, um den Arthrose-Grad und den Zustand der Gelenkstrukturen zu beurteilen. Danach werden wenige Milliliter Blut – vergleichbar mit einer Routineblutabnahme – entnommen und in unserer Zentrifuge aufbereitet; das dauert ca. 10 bis 15 Minuten. Anschließend injiziere ich das aufbereitete Plasma unter Echtzeit-Bildgebung präzise ins betroffene Gelenk – die Injektion selbst dauert wenige Minuten, und danach sind Sie sofort wieder mobil.
Die Behandlung ist vollständig ambulant. Sie kommen in meine Praxis in Wiesloch, werden behandelt und können danach sofort nach Hause fahren oder zu Fuß gehen.
Typisch sind 3 Sitzungen im Abstand von 2 bis 4 Wochen. Manche Patienten benötigen nach einigen Monaten eine Auffrischung, andere kommen mit einer Behandlungsserie über ein Jahr oder länger aus. Die Entscheidung treffen wir gemeinsam, basierend auf Ihrem Ansprechen auf die Therapie.
ACP/PRP vs. Kortison vs. Hyaluronsäure vs. Prothese
Arthrose-Patienten haben verschiedene Optionen, und ich möchte hier eine ehrliche Einordnung geben. ACP/PRP wird aus dem eigenen Blut gewonnen – daher ist keine Unverträglichkeit möglich. Die Wachstumsfaktoren PDGF, TGF-beta und IGF wirken direkt auf Entzündung und Knorpelstoffwechsel. Es gibt keinen kurzfristigen Soforteffekt, aber eine nachhaltige Wirkdauer von Monaten bis über ein Jahr. Geeignet ist ACP/PRP bei Grad I–III.
Kortison-Injektionen wirken rasch entzündungshemmend und schmerzlindernd – ein sinnvolles Instrument bei akuten Entzündungsschüben. Bei Dauergebrauch sind Knorpelschäden durch Kortison dokumentiert; ich setze Kortison daher nur gezielt und nicht als Daueroption ein. Hyaluronsäure verbessert die Gleitfähigkeit der Gelenkflächen kurzfristig, eine nachgewiesene knorpelregulierende oder entzündungshemmende Wirkung fehlt jedoch; der Effekt ist rein mechanisch und kurzlebig.
Wenn der Knorpel vollständig aufgebraucht ist (Arthrose Grad IV), Knochen auf Knochen reibt und alle konservativen Optionen ausgeschöpft wurden, ist der endoprothetische Gelenkersatz der richtige nächste Schritt. Das Ziel in meiner Praxis in Wiesloch: so lange wie möglich mit biologischen Mitteln arbeiten und eine Operation nur dann einsetzen, wenn sie wirklich das beste Mittel ist.
Häufige Fragen zur Eigenbluttherapie bei Arthrose
Wird ACP/PRP von der Krankenkasse bezahlt?
ACP/PRP ist eine Privatleistung und wird von gesetzlichen Krankenkassen nicht übernommen. Als Privatpatient können Sie die Kosten in der Regel über Ihre private Krankenversicherung abrechnen – ich empfehle, die Erstattungsfähigkeit vorab mit Ihrer Versicherung zu klären. In meiner Praxis Orthopred in Wiesloch erhalten Sie vorab eine transparente Kostenaufstellung.
Wie lange hält die Wirkung?
Die Wirkdauer variiert je nach Arthrose-Grad, betroffenem Gelenk und individuellem Ansprechen. Viele Patienten berichten nach einer Behandlungsserie von 3 Injektionen über 6 bis 12 Monate deutlich reduzierter Schmerzen und verbesserter Beweglichkeit. Einige kommen über ein Jahr ohne weitere Behandlung aus. Eine Auffrischungsserie nach 12 Monaten ist möglich und sinnvoll.
Ab welchem Arthrose-Grad hilft ACP/PRP noch?
ACP/PRP erzielt die besten Ergebnisse bei Arthrose Grad I bis III – also wenn noch substantielle Knorpelreste vorhanden sind, die durch die Wachstumsfaktoren geschützt und in ihrer Funktion unterstützt werden können. Bei Grad IV (vollständiger Knorpelverlust, Knochen auf Knochen) ist die Wirksamkeit begrenzt; hier ist die Indikation für einen operativen Gelenkersatz zu prüfen.
Gibt es Risiken oder Nebenwirkungen?
Da ACP/PRP ausschließlich aus dem eigenen Blut des Patienten gewonnen wird, gibt es kein Allergierisiko und keine Reaktionen gegen Fremdstoffe. Direkt nach der Injektion kann es zu einer kurzfristigen Reaktion im Gelenk kommen – leichte Schwellung, Wärme oder vorübergehend leicht verstärkte Schmerzen in den ersten 24 bis 48 Stunden. Das ist ein normaler biologischer Reaktionsmechanismus und kein Zeichen einer Komplikation. Ernsthafte Risiken wie Infektionen sind bei sachgerechter Durchführung extrem selten.
Termin in Wiesloch vereinbaren
Arthrose bedeutet nicht zwingend, dass Sie auf eine Prothese zusteuern. Ich freue mich darauf, Sie in meiner Praxis in Wiesloch kennenzulernen, Ihren Befund gemeinsam zu besprechen und zu klären, ob Eigenbluttherapie (ACP/PRP) der richtige biologische Ansatz für Ihre Gelenke ist.
Vereinbaren Sie jetzt einen Termin in meiner Praxis in Wiesloch – ich freue mich darauf, Sie kennenzulernen.